Anzeige
Anzeige
Kolumne

Bayerns Geschichte: Warum ist Bayern ein Freistaat?

Mit diesem Beitrag wollen wir einen Blick hinter die Kulissen des südlichsten Bundeslands werfen und präsentieren Ihnen ein anschauliches Stück Geschichte Bayerns. Im folgenden Beitrag geht es für Sie zurück an den Anfang der Geschichte. Darüber hinaus gehen wir der Frage auf den Grund, warum Bayern eigentlich ein Freistaat ist? Haben Sie bereits eine erste Vermutung?

München | © Bildagentur PantherMedia / Marc Bewersdorff München | © Bildagentur PantherMedia / Marc Bewersdorff

Der Freistaat in der Bundesrepublik Deutschland

Lassen Sie uns zuerst auf die Form des Freistaats eingehen. Diese ist im 19. Jahrhundert entstanden und gilt als deutsche Bezeichnung eines freien Staats, der von einem Monarchen regiert wird. Noch in der Weimarer Republik existierte neben der Bezeichnung des Freistaats die Form des Volksstaats. Dies war die amtliche Bezeichnung für alle Flächenländer. Heute hat sich die Bezeichnung für alle Länder Bayerns seit 1945 durchgesetzt. Sachsen trägt die Bezeichnung des Freistaats seit 1992 und Thüringen seit 1993.

Der Ursprung des Freistaats

Die Bezeichnung und die Form des Freistaats gehen bis auf das Mittelalter zurück. Frei steht in Bezug auf die Hansestädte und Stände sowie Reichsstädte. Mit diesem Attribut waren bestimmte Rechte und Vorzüge verbunden. Einer dieser Vorzüge war die Gerichtshoheit sowie die Steuerfreiheit. In der Neuzeit bzw. Gegenwart wird der Freistaat im Sinne von einer Republik verwendet. Der Begriff kommt damit seiner Übersetzung im lateinischen „Sender“ am nächsten und verweist auf die römische Form der Republik. Im Prinzip haben im 18. Jahrhundert bereits die Sprachpuristen diesen Begriff für die Republik eingeführt. In diesem Staat geht die jeweilige Staatsgewalt vom Volk aus. Dies ist eines der größten Gegensätze zur Monarchie.

Woher kommt die Bezeichnung des Freistaats?

In der heutigen Struktur der Bundesrepublik Deutschland hat die eigentliche Bezeichnung des Freistaats eigentlich keine rechtliche Bedeutung mehr. Alle Länder, die den Zusatz des Freistaats besitzen, haben im Grunde genommen die gleiche verfassungsrechtliche Stellung. Gerade im Hinblick auf den bayerischen Freistaat nimmt der Name vielmehr Bezug auf die historischen Hintergründe. Bayern besitzt keinerlei Sonderstellung, die auf diese Bezeichnung zurückgeht.

Bayerns Geschichte im Überblick

  • Verfolgen wir die Geschichte Bayerns bis in seine Ursprünge, kommen wir in der Folge auf das ältere, baierische Stammesherzogtum zu sprechen.
  • So existiert der erste Beleg des Herzogtums in Freising seit dem Jahr 555. Das damalige Siedlungsgebiet hat sich in diesem Zeitraum in die östlichen Gebiete bis zur Enns und bis in den Süden in das heutige Südtirol erstreckt.
  • Seit dem 8. Jahrhundert steht auch das heutige Kärnten unter bayerischer Herrschaft durch die Unterwerfung der slawischen Karantanien.
  • Das damalige Sankt Korbinian ist eine der grundlegenden Voraussetzungen für das spätere Bistum Freising. So war es Bonifatius, der 1742 des Bistums Würzburg gegründet hat.
  • Nachdem es schlussendlich zu einem Zusammenbruch der römischen Herrschaft kam, bildete sich daraus im Norden die organisierten Kelten, die über viele Jahrhunderte hinweg den Stamm der Baiern bzw. der Bajuwaren bildeten. Vorab gehörte das keltische Altbayern zum Römischen Reich.

Niedergang der Karolinger & Streit zwischen Staufern und Welfen

Mit dem eigentlichen Niedergang der Karolinger lebten die bayerischen Herzöge wieder auf und bildeten das jüngere Stammesherzogtum. In der Folge kam es zu einem tiefgreifenden Streit mit dem Ottonen, der wiederum in einer Abhängigkeit von dem deutschen Königtum endete. 1180 kam der Streit zwischen Staufern und Welfen schlussendlich zu einem Ende. Immer wieder kommt es zu Teilungen des bayerischen Staates in viele verschiedene Einzelherzogtümer. Erst mit dem Erlass eines Gesetzes fand diese vielfache Teilung 1506 ihr Ende. Schlussendlich ging Bayern aus dem dreißigjährigen Krieg mit zahlreichen Gebietserweiterungen und Gewinnen heraus, was schlussendlich den Aufstieg des Kurfürstentums im Jahre 1623 zur Folge hatte.

Residenz und Hofgarten Würzburg | © Bildagentur PantherMedia / Dietmar Najak

Residenz und Hofgarten Würzburg | © Bildagentur PantherMedia / Dietmar Najak

Napoleon und der dreißigjährige Krieg

Zu Napoleons Zeiten steht Bayern zur Seite und kann zahlreiche Gebietszuwendungen für sich verzeichnen. 1806 wird Bayern zum Königreich erhoben. Gerade noch rechtzeitig schlug sich Bayern auf die Seite der gegnerischen Partei zu Napoleon und ging aus dem Wiener Kongress 1814 als einer der Sieger hervor. Auf diese Weise ist es gelungen, seine damaligen Gebietszugewinne zu behalten. Mit dem Aufstieg von König Ludwig I erlebte Bayern eine sehr florierende Zeit für die Architektur, die Kultur und Bildung. Diese Zeiten und die damit verbundene Entwicklung erleben Sie noch heute dank zahlreicher Zeitzeugen im gesamten Freistaat. Wir widmen uns im nächsten Folge „Geschichte Bayerns“ der Neugründung des Deutschen Reichs und den November Unruhen 1918.


Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Links zu weiterführenden Information

http://www.guide-to-bavaria.com/de/Bayern-Geschichte.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Bayerns
https://de.wikipedia.org/wiki/Freistaat_(Republik)