Kolumne

Bayern – Vom einstigen Königreich zum Freistaat Teil 4

Von: Marlene Soff

Nachdem der Bruder von König Ludwig II. infolge seiner schlechten geistigen Gesundheit nicht dazu in der Lage war, das Königreich Bayern ordentlich zu führen, musste so schnell wie möglich ein neuer Monarch an dessen Stelle treten. Und so besann man sich auf den zweiten Sohn des ersten Königs Ludwig, Prinz Luitpold, der fortan die politische Macht von Bayern als Prinzregent war. Dieser herrschte dann bis zu seinem Tod im Jahr 1912. Danach folgte Prinzregent Ludwig III. von Bayern, der in der Folge König wurde und somit der letzte König des Landes Bayern war, was jedoch zum Zeitpunkt seiner Krönung noch nicht abzusehen war.

Ein Königreich auf dem Weg zum Abgrund

König Ludwig III. – er wurde vom Volk entmachtet

König Ludwig III. brauchte lediglich fünf Jahre, um das Land Bayern und seine Bevölkerung derart gegen sich aufzubringen, dass die Revolution schon fast in der Luft lag. Schuld daran waren die Wirren des Ersten Weltkrieges, in den Bayern nicht unerheblich involviert war, und die daraus resultierende schlechte Lage für das bayrische Volk. So hatten die Menschen damals weder Geld noch Essen, was schließlich im Jahr 1918 zur sogenannten Novemberrevolution führte, bei der König Ludwig III. entmachtet wurde. Auf diese Weise gedemütigt und verfolgt, machte sich das einstige Oberhaupt Bayerns auf nach Salzburg, um dem wütenden Mob zu entkommen. Der Tod ereilte ihn drei Jahre später in Ungarn, wo er im Alter von 73 Jahren seinen letzten Atemzug tat.

Ab dem 17. November 1918, als die wütende Bevölkerung den König stürzte, waren auch die Tage des Königreiches gezählt und Bayern wurde zum Freistaat. Nichtsdestotrotz sollte es noch über die nächsten Jahrzehnte viele politische Wirrungen in Bayern geben und es folgten noch zahlreiche schlechte aber auch gute Jahre für das Land.

Manche wollen den „Kini“ zurück

Der Freistaat Bayern zur Zeit der Weimarer Republik, damals noch mit der Rheinpfalz – Grafik: Andreas Kunz, B. Johnen and Joachim Robert Moeschl: University of Mainz

Hört man sich im heutigen Bayern einmal um und fragt nach politischen Ansichten, so bekommt man nicht selten zu hören: „A Kini ghert her!“ Das mag wohl in erster Linie daran liegen, dass viele Menschen einfach mit den politischen Entscheidungen der heutigen Regierung unzufrieden sind und sich eine Änderung wünschen. Zudem ist das Königreich Bayern auch mit vielen Mythen und Geschichten behaftet, welche die damalige Zeit häufig wie eine Märchengeschichte erscheinen lassen. Doch eines ist klar, es ist nicht immer alles Gold, was glänzt, und ein Freistaat ist ja auch nicht von schlechten Eltern!

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