Kolumne

Bayerische Botschaft in Berlin – Aufgaben, Geschichte, Nutzen

Bayrische Botschaft Bayrische Botschaft
Bayrische Botschaft

Bayrische Botschaft

Die „Bayrische Botschaft“ in Berlin vertritt die Interessen Bayerns gegenüber dem Bund. Außerdem ist sie ein Botschafter bayrischer Kultur in der deutschen Hauptstadt.

Ihre korrekte Bezeichnung lautet: Vertretung des Freistaates Bayern beim Bund. Bei ihrer Einweihung 1998 war sie die erste funktionsfähige Landesvertretung in Berlin die ihren Betrieb aufnahm.

Bereits 1992 hatte der Freistaat das Grundstück erworben und 1995 mit den Bauplanungen begonnen. Die rasche Umsetzung des Projektes war dem Freistaat ein wichtiges Anliegen. Die Bayrische Staatsregierung wollte ein Zeichen für einen kraftvollen Föderalismus und die neue Hauptstadt setzen.

10 Jahre Bayerische Vertretung in Berlin – Bayern


Die Bayrische Botschaft ist ein Bekenntnis

Das Grundgesetz beteiligt die Bundesländer an der Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes. Die Zusammenarbeit zwischen den Ländern und dem Bund erfolgt durch den Bundesrat.

Über ihn üben die Bundesländer ihre Rechte aus. Damit diese Zusammenarbeit funktionieren kann, leistet die „Bayrische Botschaft“ viel Vorarbeit. In ihre Zuständigkeit fällt die Beobachtung des politischen Prozesses in der Hauptstadt.

Dazu zählen die Arbeit von Bundestag und Bundesregierung, aber auch der zahlreichen anderen Akteure wie Verbände oder Nicht-Regierungsorganisationen. Ihre Informationen liefert die Landesvertretung an den Bayrischen Landtag und die Bayrischen Staatsministerien.

Interessen werden vertreten

Auf diese Weise können sich die politischen Vertreter des Freistaates ein Bild vom politischen Geschehen machen. Um die bayrischen Interessen in Berlin kümmert sich die Staatsministerin für Europa- und Bundesangelegenheiten.

Ihr dient die Landesvertretung als Berliner Dienstsitz. Hier koordiniert sie zwischen den Institutionen des Freistaates und des Bundes, vertritt Bayern im Bundesrat und kümmert sich um die Vermittlung der bayrischen Positionen in der Öffentlichkeit. Die Landesvertretung dient zudem als Rahmen für zahlreiche Veranstaltungen, bei denen sich Medien, Politiker und Wirtschaft zum Meinungsaustausch treffen. Dazu gehören parlamentarische Abende, Pressekonferenzen und Diskussionsrunden.

Geschichtsträchtiges Gebäude am Regierungsviertel

Die Landesvertretung liegt, nur fußläufig vom Reichstag entfernt, an der Adresse Behrenstraße 21/22. Zwar scheint die Adresse wenig spektakulär, ist aber eng mit der deutschen Geschichte verbunden. Früher befand sich hier das Zentrum des Berliner Bankenviertels. Wichtige Einrichtungen des preußischen Staates lagen in und um die Behrenstraße, beispielsweise ein Teil des preußischen Generalstabes oder der Sitz des katholischen Bischofs von Berlin.

Bayerische Vertretung in Berlin (EUROMEDIA Film)



Das Gebäude der Vertretung ist ein ehemaliges Bankgebäude. Es wechselte mehrfach den Besitzer, überstand den zweiten Weltkrieg und beherbergte nacheinander die Notenbank und das Verkehrsministerium der DDR.

Beim Umbau der Gebäude zur Landesvertretung blieb die städtebauliche Situation weitestgehend unverändert. Lediglich der Innenhof wurde entkernt und überdacht, um einen zentralen Veranstaltungsbereich zu schaffen.

Botschafter bayrischer Kultur in Berlin

Die Landesvertretung sieht sich, neben ihren politischen Aufgaben, auch als Schaufenster des Freistaates in Berlin. Ihr Ziel ist es, ein lebendiges Bild von der Wirtschaft und Kultur Bayerns zu geben. Zu diesem Zweck finden viele Veranstaltungen in den Räumen der Vertretung statt. Dazu zählen Poetry-Slam-Veranstaltungen mit fränkischen Künstlern, Lesungen von Regionalkrimis oder Verkostungen bayrischer Spezialitäten.

Nicht fehlen darf natürlich die Beteiligung am Oktoberfest in Berlin. Zudem engagiert sich die Landesvertretung auch sozial. Sie war beispielsweise Veranstaltungsort des Deutschen Tafeltages, mit dem gegen Armut und Lebensmittelverschwendung protestiert wurde. Mit einem regelmäßigen Neujahrskonzert werden außerdem soziale Einrichtungen in Berlin unterstützt.

Das Wertebündnis Bayern in Berlin – Bayern


Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Carsten Reisinger
Artikelbild Mitte: ©panthermedia.net Robert Stranka

2 Kommentare zu Bayerische Botschaft in Berlin – Aufgaben, Geschichte, Nutzen

  1. Demokrat // 3. April 2013 um 12:12 //

    Die Bayrische Botschaft vertritt den (Frei-)Staat der sich dem solidarischen Konzept der Föderalen Struktur entziehen will. Jetzt wo sie es meinen geschafft zu haben die Bayern, glauben sie wohl auf Freunde verzichten zu können.

    Ok, ich würde zustimmen Länderfinanzausgleich zu streichen. Dann aber auch die zahlreichen EU Subventionen mit denen Bayern seinen Agrarbereich aufrecht erhält. Ich sehen nicht ein weshalb ich mit meinen Steuergeldern Bayern mitfinanzieren soll, wenn hier nur Selbstbedienungsmentalität vorherrscht.

    Weiterhin könnt man überlegen ob Bayern nicht ndie Bundesrepublik verlässt und einen eigenen Staat gründet. Gerade die kleinen Staaten waren in der jüngeren Vergangenheit mit dem Konzept der Banken und Steurerparadiese sehr gut gefahren.

    Bayern würde dann wohl bald zum nächsten Zypern.
    Gut so, sag ich ! Vielleicht lernen sie es dann, das man gemeinsam viel mehr erreichen kann.

  2. Antikorruption // 3. April 2013 um 12:19 //

    Die ewig gestrige bayrische Justiz (immerhin wissen wir ja heute, wie man in Bayern an ein „summa cum laude“ der sogenannten Rechtswissenschaften kommt) „beschädigt (mit der Verfahrensweise zur Platzvergabe im NSU Prozess) den Ruf Deutschlands“ schreibt heute die Presse.

    Das sich hier nur die Spitze des Eisberges zeigt, davon ist auszugehen. Wie tief die Verstrickung sogenannter konservativer Politischer Kreise in die Strukturen des rechtsradikalen Terrorismus geht, muss endlich aufgeklärt werden.

    Was sagt die „Bayrische Botschaft“ zu diesen Vorwürfen ?
    Mundtot machen und aussitzen wie sonst immer, wird hier nicht aufgehen.

    Aber die Doppelmoral hat in Bayern ja besonders gute Tradition.

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