Kolumne

Bad Kötzting: eine Kur-Perle

Kurort Bad Kötzting Kurort Bad Kötzting
Kurort Bad Kötzting

Kurort Bad Kötzting

In den vergangenen Jahrzehnten war Bad Kötzting, das seinen Status als staatlich anerkanntes Kneippheilbad seit 2005, im wesentlichen nur für seinen Pfingstritt, der als eine der weltweit größten Bittprozessionen gilt, bekannt.

Diesen Dornröschenschlaf verdankte die Stadt ihrer Lage in unmittelbarer Nähe des Eisernen Vorhangs an der tschechischen Grenze. Doch seit dem Mauerfall erlebt die 7.000-Einwohner-Stadt, einen wirtschaftlichen Aufschung.

Gegründet wurde sie am Fuße des Kaitersberges, der geographisch noch zum Böhmerwald gehört, wohl im frühen Mittelalter. Denn anno 1085 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, damals unter dem Namen „Chostingen“. Die ersten Marktrechte erhielt Kötzting etwa 1260. Bis 1614 stand der Ort, der aus vier Urhöfen hervor gegagnen war, unter der Grundherrschaft des Klosters Rott. Unter den Wirren des 30jährigen Krieges hatten die Kötztinger wie die Einwohner in vielen anderen Orten des Bayerischen und Böhmerwaldes auch besonderes zu leiden. So wurde Kötzting 1633 von den Schweden völlig niedergebrannt. Auch im folgenden Jahrzehnt marschierten mehrmals schwedische und kaiserliche Truppen in Kötzting ein.

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Dies konnte das stetige Wachstum jedoch nicht bremsen. So war Kötzting 1805 groß genug, um eine selbstständige Pfarrei zu werden, 1953 erfolgte die Stadterhebung. Schon seit 1986 gilt Kötzting als Luftkurort, 1995 erfolgte die Anerkennung als Kneippkurort und zehn Jahre später schließlich als Kneippheilbad.

Seinen Besuchern bietet Bad Kötzting zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie das Alte Rathaus aus der Zeit des Barock oder die wirklich interessante Stadtpfarrrkirche Mariä Himmelfahrt.

Diese ist der Mittelpunkt einer vollständigen Wehranlage mit Mauer, Graben und einem inneren Befestigungsring. Diese Kirche wurde in einer päpstlichen Urkunde bereits anno 1179 erwähnt und in den folgenden Jahrhunderten beständig erweitert. So stammen Chor und Turm aus dem 18. Jahrhundert, ebenso der Hochaltar und die Kanzel.

Sommerzeit bedeutet in Bad Kötzting Festspielzeit. Bei den Waldfestspielen, die im Juli und August stattfinden, werden Klassiker der Weltliteratur in Mundartfassungen aufgeführt. Auf dem Spielplan standen unter anderem schon Goethes Faust oder das Shakespeare-Drama Macbeth.

Das größte Spektaktel dürfte jedoch in Bad Kötzting der Pfingstritt sein, der auf ein Gelöbnis von 1412 zurück geht. Rund sieben Kilometer von Kötzting entfernt lag in Steinbühl ein Mann im Sterben und bat um die Sterbesakramente. Weil der Pfarrer für diese Reise Schutz brauchte, begleiteten ihn die Kötztinger Burschen. Nach der glücklichen Rückkehr gelobten sie der Legende nach, diesen Ritt alljährlich zu wiederholen. Bis zu 1000 Reiter machen sich heute noch am Pfingstmontag auf die Reise von Bad Kötzting nach Steinbühl.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen. Dieser Artikel stellt nur meine eigene Meinung dar!

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Artikelbild: ©panthermedia.net Christian Schwier

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