Kolumne

Augsburg und die Fugger

Von: Marcus Schweizer

foto-marcus-27Einer der bekanntesten Augsburger ist wohl Jakob Fugger der Reiche, wie er schon zu Lebzeiten von 1459 bis 1525 genannt wurde. Sein Opa war aus einem Vorort nach Augsburg gezogen. Reich war die Familie schon vor Jakob Fugger. Bereits mit 10 Jahren war er als einer der reichsten Augsburger verzeichnet. Die Familie ließ sich zu diesem Zeitpunkt auch als Kaufmannsleute in das Stadtbuch eintragen.

Gräfliches Wappen der Fugger um 1535 - Foto: Martin Kluger

Gräfliches Wappen der Fugger um 1535 – Foto: Martin Kluger

Erst wurde Jakob Fugger Kleriker und hielt sich in Venedig auf, wo er die Familiengeschäfte übernimmt. Im Jahre 1486 wurden die Fugger dann erstmals als Bank genannt. Jakob übernahm die Familiengeschäfte in Augsburg und kümmerte sich um die strategische Ausrichtung der Firma, wodurch sie ihren Reichtum erlangten. Die Familie verfügte damals schon über ein Millionenvermögen und verleihte Geld an Landesherren, Grafen und Könige.

Jakob Fugger

Berühmt ist bis heute die Fuggerei, die als die erste Sozialsiedlung der Welt gilt. Sogar der Uropa von Wolfgang Amadeus Mozart wohnte und starb in dieser Siedlung. Damals wie heute, nach über 500 Jahren, können dort Bedürftige für einen Rheinischen Gulden Mietzins im Jahr wohnen. Natürlich wird dieser heute in Euro bezahlt. Der Gegenwert beträgt in etwa einen Euro. Die Fuggersiedlung ist ein abgeschlossener Bereich innerhalb der Stadt, den Touristen gegen Eintritt besuchen können. Auch eine Wohnung kann besichtigt werden, da dort alle Wohnungen gleich aussehen. Die Siedlung kostete Jakob Fugger etwa 20.000 Gulden. Dieser Betrag dürfte ihn nicht besonders gestört haben, wenn er gut 250.000 Gulden für die Niederschlagung des Bauernaufstandes an die Machthaber bezahlte. Die Fuggerei erlitt im Laufe der Zeit natürlich Schäden, besonders im Zweiten Weltkrieg. Sie wurde wieder aufgebaut und das Erbe Jakob Fuggers blieb somit erhalten.

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