Kolumne

Auf geht’s ins Erste Deutsche Türmermuseum nach Vilseck

Von: Anja Bergler

Museen haben in der Oberpfalz einen enormen Anteil, wenn es um Freizeitgestaltung, Kultur oder Geschichte geht. Mehr durch Zufall und im Zuge der Recherche zur Burg Dagestein bin ich auf das Türmermuseum in Vilseck im Landkreis Amberg-Sulzbach gestoßen.

Vilseck wird vielen in Verbindung mit dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr bekannt sein. Die Vilsecker Rose Barracks bilden das sogenannte Südlager des riesigen Militärgeländes der US-Army. Aber nun zurück zum eigentlichen Thema.

Das Wahrzeichen von Vilseck – der Vogelturm

Der Vogelturm, Heimat des Türmermuseums – Foto: Stadt Vilseck

Das Erste Deutsche Türmermuseum befindet sich im sogenannten Vogelturm, der als Wahrzeichen von Vilseck sehr bekannt ist. Es handelt sich hierbei um ein wunderschönes altes Baudenkmal, das sehr schön erhalten ist und sich am Marktplatz mitten im Herzen von Vilseck befindet.

Auf insgesamt drei Etagen kann man seit dem Jahr 2000 die geschichtlichen Begebenheiten rund um das Alltagsleben der dort wohnhaften Türmer sowie die Bedeutungen und Besonderheiten der Oberpfälzer Türme(r) nachverfolgen.

Gerade zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert spielten die Türmer in vielen Städten und Gemeinden eine sehr wichtige Rolle. Sie waren Musiker und Wächter zugleich. Kostproben der damaligen Turm-Musik gibt es im Museum natürlich auch. Hierfür werden zahlreiche Musikinstrumente ausgestellt, mit denen die lauten Signale und Melodien erzeugt wurden.

Neben Flöten und Trompeten kamen teilweise auch Hörner zum Einsatz. Es ist den Initiatoren mit diesem Museum auf eine gekonnte Weise gelungen, ein Stück Oberpfälzer Geschichte zu erhalten und weiterzugeben.

Das Leben eines Türmers

Innen gibt es viel zu entdecken – Foto: Stadt Vilseck

Es wird auf eindrucksvolle Art und Weise aufgezeigt, wie sich das Leben und die Arbeit eines Türmers gestalteten. Nicht immer war es ein einfacher Job. So gab es beispielsweise täglich zahlreiche Auf- und Abstiege im Turm, die Männer waren den schlechten Witterungsbedingungen ausgesetzt und gleichzeitig wurden sie schlecht bezahlt – es war damals nicht leicht ein Türmer zu sein.

Wer sich einmal näher mit der Geschichte und der Türmertradition auseinandersetzen möchte, der kann dies im Türmermuseum gerne sehr ausführlich tun.

Die Öffnungszeiten sind jeweils Freitag, Samstag, Sonntag und an den Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Unter der Woche ist eine Besichtigung zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses möglich. Auch Gruppen-Führungen sind selbstverständlich gegen eine Gebühr möglich, allerdings wird hierfür um Voranmeldung gebeten.

Spaß für Jung und Alt

In unregelmäßigen Abständen finden auch Veranstaltungen, Sonderausstellungen und sonstige Aktionen statt. Besonders für Kinder ist das Türmermuseum eine Bereicherung. Neben einer Türmerrallye hat man auch die Gelegenheit dort seinen Kindergeburtstag zu feiern.

Die Eintrittspreise belaufen sich auf 2,00 Euro für Erwachsene, Kinder bis 16 Jahre bezahlen 0,50 Euro. Ist das Kind unter 6 Jahre alt, dann ist der Eintritt für dieses sogar frei. Der ermäßigte Eintritt beträgt 1,50 Euro für Berechtigte.

Kleiner Tipp:

Es gibt auch ein Familienangebot. Für nur 8,00 Euro erhält man als Familie (zwei Erwachsene und ein Kind) eine Türmerkarte. Diese ermöglicht den Eintritt in das Türmermuseum, gewährt Einlass in weitere zwei Türme und in den Bergfried der Burg Dagestein.


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