Kolumne

Altötting – Wallfahrtsort und traditionsreiche oberbayerische Stadt

Von: Marlene Soff

Jeder richtige Bayer kennt die oberbayerische Stadt Altötting wenigstens vom Namen her. Schließlich ist diese ein über die Grenzen hinaus bekannter Wallfahrtsort und auch bei den Bayern ein Ort für geistige Auffrischung. Doch nicht nur für Wallfahrer ist Altötting von Bedeutung, auch in sonstiger Hinsicht lohnt es sich, der Stadt einen Besuch abzustatten, da man dort die traditionelle oberbayerische Lebensart in jedem Straßenzug spüren kann. Von Tradition getrieben und von einer allgegenwärtigen Spiritualität beeinflusst, bietet die Stadt also für jeden Besucher die beste Grundlage, um Oberbayern einmal so richtig kennenzulernen!

Die Stadt der bewegten Geschichte

Die Kapuzinerkirche Sankt Magdalena – Foto: High Contrast

Beschäftigt man sich ein wenig mit der Geschichte von Altötting, kommt man nicht umhin, auch die Zeiten des Zweiten Weltkrieges noch einmal Revue passieren zu lassen. Schließlich gelangte die Stadt gerade zu Zeiten des deutschen Tyrannen zu traurigem Ruhm, als kurz vor dem Ende des Krieges mehrere SS-Soldaten im Namen des Herrschers ein wahres Blutbad anrichteten. Insgesamt fünf Bürger von Altötting fanden damals im Hof des Landratsamtes den Tod durch Gewehrkugeln, mit dem Ansinnen, den Untergang des Dritten Reiches noch aufhalten zu können. Wer heutzutage nach Altötting kommt, kann sich durch eine Gedenkstätte über die grausame Tat informieren und so Teil der Geschichte werden.

Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen legt die Stadt heute mehr denn je Wert auf die spirituelle Seite des Lebens und so befinden sich in und um Altötting herum zahlreiche Kirchen, die jährlich von echten Besucherströmen aufgesucht werden. Doch damit nicht genug! Auch der Papst kommt in regelmäßigen Abständen nach Altötting, um die Gläubigen dort zu inspirieren. Zuletzt konnte man im Jahr 2006 Benedikt XVI. bestaunen und es fanden sich Tausende von Christen ein, um hiervon Zeuge zu werden!

In Altötting wird nicht nur gebetet

Gnadenkapelle mit Votivbildern – Foto: Walter J. Pilsak, Waldsassen

Auch wenn fast jeder Mensch sofort an Kirche und Wallfahrt denkt, sobald der Name Altötting fällt, gibt es dort doch noch einiges mehr zu entdecken. So ist in der Stadt gerade kulturell sehr viel geboten und auch die Häuser dort zeugen von ideenreicher und kreativer Bauweise. Besucher sollten sich in jedem Fall einige der vielen schönen Museen zu Gemüte führen, da es hier sehr viel über die Geschichte von Altötting zu lernen gibt. Selbstverständlich kann man sich dort auch darüber informieren, wie die Stadt überhaupt zu einem Wallfahrtsort wurde und weshalb sie von so großer Bedeutung für die Gläubigen ist. Des Weiteren lohnt es sich, einfach einmal einen gemütlichen Spaziergang durch Altötting zu machen und die Baukunst beziehungsweise das Stadtbild auf sich wirken zu lassen. Sollte man danach die Ruhe der Natur suchen, kann man sich zum nahe gelegenen Chiemsee aufmachen und mit dem Boot über das Wasser schippern. Aber Schwimmweste nicht vergessen!

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