Kolumne

Aktueller Stand im Fall Uli Hoeneß

Uli Hoeneß noch immer im Visier Uli Hoeneß noch immer im Visier
Uli Hoeneß noch immer im Visier

Uli Hoeneß noch immer im Visier

Kaum ein Thema beherrschte die Medien in den letzten Tagen so sehr wie der Fall Uli Hoeneß. Der Vorzeige-Manager hatte sich wohl an der Börse verzockt.

Darüber hinaus soll er mehrere Millionen Euro am deutschen Fiskus vorbeigeschleust haben. Das Geld lagerte auf einem anonymen schweizer Bankkonto und wurde in Deutschland nicht steuerlich deklariert. Für einen Mann, wie Uli Hoeneß, der sowohl als Spieler als auch als Macher im Fußball-Geschäft bekannt wurde, eine herbe Niederlage.

Wahrscheinlich sogar die schwerste Niederlage seines bisherigen Lebens. Denn der Fall Uli Hoeneß nimmt mittlerweile groteske Züge an. Außerdem ermittelt derzeit noch die Staatsanwaltschaft. Herr Hoeneß muss mit einer erheblichen Strafe rechnen, im schlimmsten Fall muss der einstige Top-Manager sogar für mehrere Jahre ins Gefängnis. Doch was hat denn soliden Manager, der immer für Gerechtigkeit stand, zu dieser Tat getrieben? War es wirklich nur die pure Gier oder steckt da mehr dahinter?

Hart aber fair „Ausgerechnet Hoeneß

Das Denkmal Uli Hoeneß

Wer Uli Hoeneß kennt, weiß um den Gerechtigkeitssinn des ebenso eigenwilligen wie erfolgreichen Managers. Er stand immer für die Schwachen ein und nahm sich selbst nicht allzu wichtig.

Er half anderen Vereinen, wenn sie kurz vor dem Ruin standen. Auch für die eigenen Spieler im Verein hatte er stets ein offenes Ohr und wusste mit intelligenten Lösungen zu überzeugen. Er tat immer viel für andere, ohne sie dabei bloß zu stellen oder sich allein wegen der Sache in den Vordergrund zu drängen. Das schätze man bislang an dieser Person.

Doch nun ist Uli Hoeneß an einem Punkt angelangt, an dem er sein eigenes Handeln in steuerlicher Hinsicht massiv überdenken sollte. Nach eigenen Angaben hat er dies zumindest schon mal eingesehen. Seine öffentliche Erklärung, die noch aussteht, wird jedoch spätestens nach dem offiziellen Urteil erwartet. Es ist anzunehmen, dass Uli Hoeneß dabei explizit Stellung zur Sache nehmen wird.

Die Story: Der Fall Uli Hoeneß | Kontrovers | Bayerisches Fernsehen

Die neuesten Entwicklungen

Ganz aktuell berichtet die Bild-Zeitung, dass Uli Hoeneß in diesen Tagen mit einer Begleitperson erneut in der Schweiz gesehen worden ist.

Ein schier unfassbares Verhalten, wenn man bedenkt, was dem Bayern Manager derzeit vorgeworfen wird. Es soll sich nicht um die Bank handeln, bei der er das sogenannte „Schwarzgeld-Konto“ besaß, sondern um eine andere Bank in der Schweiz. Rund eine Stunde soll er sich mit der unbekannten Begleitperson in dieser Bank aufgehalten haben und das, obwohl dies ein heikles Thema ist.

Es scheint fast so, als ob Uli Hoeneß die aktuellen Ermittlungen nur zum Teil ernst nimmt. Und das, obwohl er gleich zu Anfang von einem schweren Fehler sprach.

Der Fall Hoeneß – „Mia san mia“ am Ende?

Fazit

Ob dieser „Ausflug“ in die Schweiz eine entscheidende Komponente im Fall Uli Hoeneß ist, darf jedoch bezweifelt werden. Die Staatsanwaltschaft prüft gerade in diesem Fall sehr genau, da sie sich keine Fehler leisten kann.

Ob und wann Uli Hoeneß letztendlich verurteilt wird, steht bisher noch in den Sternen. Zeitnah ist nicht mit einer Beendigung des Verfahrens zu rechnen. Dem extrem massiven Steuerbetrug liegt jedenfalls ein begründeter Anfangsverdacht zugrunde, der sich in den letzten Tagen und Wochen nur noch verstärkt hat.

Spätestens mit dem Urteilsspruch werden wir alle wissen, wer die öffentliche Person Uli Hoeneß eigentlich wirklich ist – jedenfalls zum Teil!

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Steffen Huebner

3 Kommentare zu Aktueller Stand im Fall Uli Hoeneß

  1. Stefan // 21. Mai 2013 um 15:42 //

    Mir ist der Hoeneß egal, (obwohl ich ihn persönlich nicht ausstehen kann), mir ist nur wichtig, dass das Gesetz wenn es beansprucht werden soll auch durchgesetzt wird und keine Amigo-Mentalität den Prozess verwaschen lassen.

  2. Kritiker // 21. Mai 2013 um 16:47 //

    Im Land der Nepper, Schlepper und Bauernfänger !
    Ist denn ausgerechnet von Uli Hoeneß zu erwarten, dass er sich moralisch besser verhält als die zweifelhafte politische Führung Bayerns ?
    In meinen Augen wird hier Uli Hoeneß zum Bauernopfer hochstilisiert um abzulenken von der durch und durch verdorbenen bayrischen Moral/Ethik.
    Wir wissen nicht was genau Uli Hoeneß gemacht hat. Und in die Schweiz darf man fahren. Daran ist erst mal nichts illegales dran.

    Werte wie Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und gute Traditionen scheinen in dem Südstaat keinerlei Bedeutung mehr zu haben (offensichtlich wenn man sich bspw. die Verhältnisse um die politische Vetternwirtschaft und deren Historie näher ansieht).

    Bayern sind eben leider nur sogenannte „Gutwetterfreunde“. Stets am eigenen Gewinn interessiert. Das sieht man auch an der Klage gegen den Länderfinanzausgleich. Jahrzehntelang hat sich Bayern den Großteil der EU-Agrarszubventionen einverleibt.
    Genommen hat man in München immer gerne !

    Wenn es um eine solidarische Leistung geht, sind sich die Bayern zu schade.
    Die Politiker Bayerns stehen exemplarisch für den neuen Aussitz-Politstil von Frau Angela Wortbruch Merkel.
    Herrn Dobrindts Hetzkampagne/Angriffe auf den bislang als unschuldig zu bezeichenden Daniel Cohn-Bendit (ihm wurde im Gegensatz zur katholischen Kirche nichts entsprechendes nachgewiesen) machen dies deutlich. Was tut Herr Dobrindt für die (stockende) Aufklärung der tausenden Fälle von Missbrauch an Minderjährigen in der katholischen Kirche ? Nichts ! Herr Dobrindt versucht offensichtlich aus (armseeliger) parteipolitischer Motivation wohl von tausenden dokumentierten Fällen von nicht aufgeklärtem Kindesmissbrauch abzulenken indem er einen Unschuldigen an die Wand stellen will um selbst an Wählerstimmen zu kommen.+
    De Facto wirbt Dobrindt um Wählerstimmen auf dem Rücken von Missbrauchsopfern. Und keiner kann behaupten, dass hätte man nicht wissen können.
    Somit fördert die CSU auch noch die Vertuschung des tausendfachen Kindesmissbrauchs innerhalb der katholischen Kirche.

    Was ist die Bildung im Bayern nach von und zu Guttenberg noch wert ?
    Ich befürchte die guten PISA Noten Bayerns sind auch nur erkauft. Jedenfalls habe ich bisher keinen dort ausgebildeten Bayer getroffen, der Schulenglisch beherrschte wie es in anderen Bundesländern üblich ist.
    Wie ein „summa cum laude“ in Bayern erteilt wird, wissen wir ja bereits ! ;-))))

    Ergo: Bayern ist doch die größte Mogelpackung die diese Republik zu bieten hat ! Die abgehobenen ideologisch konservativen Politiker im (T)Raumschiff München tragen in ihrer Doppelmoral zum Verfall von Werten und zum Verdruss gegenüber der Politik bei, wie sonst niemand in der Republik.

    Also warum soll augerechnet der sich als Bayer schon immer deutlich zu erkennen gebende Herr Uli Hoeneß ein moralisch besserer Mensch sein als der ihn umgebende Durchschnitt ?

  3. HolgiBausA // 21. Mai 2013 um 21:32 //

    Da hat aber einer eine äußerst gute Meinung vom Freistaat Bayern. Diese Worte können nur von einem Sozi oder Grünenanhänger stammen. War es doch immer schon leichter an einem Hund eine Bockwurst vorbei zu tragen als das Geld der Bevölkerung an der SPD!!!

    Was das English angeht liegt wohl daran das dein Standard bei Grundschulenglisch stehen geblieben ist und kein business english verträgt

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