Meerrettich-Museum in Baiersdorf – der Charme des Besonderen
Von: Alexandra Koch
Baiersdorf ist eine kleine, etwa 7.000 Einwohner zählende Stadt im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Sie befindet sich etwa auf halbem Weg zwischen Nürnberg und Bamberg und ist mit der S-Bahn dank eigener Haltestelle leicht zu erreichen. Ein wenig verschlafen wirkt das Städtchen, wenn man der Bahn entsteigt – und doch findet man hier ein ganz besonderes Museum: das Meerrettich-Museum Baiersdorf.
Nun ist der Meerrettich etwas ganz Spezielles, nicht jeder ist ein “Fan” des scharfen Gemüses. Doch schon im Mittelalter wurde Meerrettich in Baiersdorf angebaut. Der Anteil der Stadt am europaweiten Meerrettich-Anbau ist hoch. So ist es kein Wunder, dass einer der bekanntesten Meerrettich-Hersteller weltweit - ”Schamel” – hier 1846 gegründet wurde, und hier auch ein Museum eröffnete, das dem Besucher die Geschichte der Pflanze nahe bringt. Gegründet wurde das Museum am 11. April 1997, am Tag des 150-jährigen Jubiläums der Firma Schamel. Man findet das Meerrettich-Museum in der Judengasse 11, geöffnet ist es an den Wochenenden von 10:30 Uhr – 17:00 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2,00 €, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt, alle anderen zahlen 1,50 €.
Eintauchen in die Welt des Meerrettichs
Im Museum eröffnet sich dem Besucher eine interessante Welt, welche die ganze Geschichte des Meerrettich-Anbaus in der Region erzählt. Zum Beispiel erfährt man, dass schon im 19. Jahrhundert der Meerrettich bis nach Wien gebracht wurde, da er dort für den berühmten Tafelspitz benötigt wurde. Gezeigt wird die Meerrettich-Herstellung in den verschiedenen Jahrhunderten, aber auch der Verkauf und wie dieser vorangetrieben wurde. So kann man die traditionellen Trachten bewundern, in denen die Bauern bei Festen und auf Märkten auftraten und ihre Waren feilboten. Und natürlich kommt auch das Probieren im Museum nicht zu kurz – späterer Meerrettich-Kauf nicht ausgeschlossen!
Am Ende eines Tages im Meerrettich-Museum ist man tatsächlich davon überzeugt, dass das Gemüse nicht nur eine vortreffliche Gewürz- und Heilpflanze ist, sondern auch ein echtes Kulturgut der Region.
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