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Kolumne

2.000 Jahre Geschichte hautnah erleben – die Deutsche Limes-Straße

Von: Jan Sievert

Auf den Spuren der alten Römer wandeln – wo kann man das denn noch? Sicherlich, in Rom. Aber auch hier bei uns in Bayern – entlang der Deutschen Limes-Straße, die durch vier Regierungsbezirke führt! Auf mehreren hundert Kilometern Länge wird dort dem interessierten Besucher die römische (Grenz-)Geschichte in Bayern nähergebracht.

Dieses Schild kennzeichnet den Verlauf der Limes-Straße – Foto: Manfred E. Fritsche

Gegründet wurde die Deutsche Limesstraße 1995 durch den Aalener Verein „Deutsche Limes-Straße e.V.“, mit dem Ziel, „den Limes als bemerkenswertes und hervorragendes archäologisches Denkmal in Mitteleuropa in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.“ Die insgesamt rund 700 Kilometer lange Route verläuft vom rheinland-pfälzischen Bad Hönningen entlang des Unesco-Welterbes Obergermanisch-Raetischer Limes bis ins oberpfälzische Regensburg. Auf der Strecke liegen unter anderem Bad Ems, Gießen, Hanau, Jagsthausen und Schwäbisch Gmünd. Dabei kommt man an rund 60 bedeutenden römischen Denkmälern und anderen kulturhistorisch interessanten Objekten vorbei, von denen die meisten auch besichtigt werden können.

Wiederaufgebaute Zeugen der Vergangenheit, die Limes-Türme – Foto: © Winfried Braun / PIXELIO

Wem die Strecke mit dem Auto zu langweilig ist, der sollte sich einmal den Deutschen Limes-Radweg anschauen. Dieser verläuft nur unwesentlich anders als die Limes Straße, vermittelt aber einen direkteren Bezug zum Limes, da man einfach „näher dran ist“. Wenn man sich dafür entscheidet, sollte man jedoch auch einiges an Kondition mitbringen, denn die Tour verlangt mit einer Streckenlänge von 800 Kilometern sowohl Mensch als auch Material einiges ab.

Endstation ist Regensburg – Foto: © Jürgen Grüneisl / PIXELIO

Besonders schön ist natürlich auch die Strecke, die die Limes-Straße durch Bayern nimmt. Ganz oben, im Nordwesten des Freistaats, macht sie einen kurzen Schlenker nach Unterfranken, nämlich über Aschaffenburg und Obernburg am Main nach Miltenberg, bevor sie in Baden-Württemberg verschwindet. Südlich von Dinkelsbühl in Mittelfranken stattet sie Bayern dann einen erneuten Besuch ab – und bleibt auch hier. Sie führt über Gunzenhausen und Weißenburg ganz kurz nach Oberbayern, vorbei an Altmannstein, um schließlich auch noch Niederbayern mit Kelheim zu besuchen. Das Ende liegt in Regensburg in der Oberpfalz.

Bisher ist es mir noch nicht gelungen, die Deutsche Limes-Straße vollständig zu erkunden, so dass ich mich erst einmal mit dem bayerischen Teil rund um Regensburg, Weißenburg und Gunzenhausen begnügen musste. Aber schon dieser Abschnitt hat mich absolut in seinen Bann ziehen können, und ich kann es nur jedem empfehlen, der mit Geschichte nicht auf dem Kriegsfuß steht.

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